Montag, 12. August 2013

Geländeausbildung V - Zügelfreiheit I

wenn Pferd und Reiter entspannt einen kleinen Ausritt machen können (ich spreche hier von 1000-2000m), ist es spätestens jetzt an der Zeit, daran zu arbeiten, das Pferd am langen und später auch am hingegebenen Zügel zu reiten. 

Zügel dienen - so simpel es ist - nur für Feineinstellungen, wie sie zum Beispiel zum Dressurreiten nötig sind - und das oft nur, damit das Pferd in eine Haltung gebracht wird, die "schöner" aussieht, denn das Pferd selbst wählt automatisch eine Haltung, die es bequem findet (vorrausgesetzt das Pferd ist ausreichend  bemuskelt und hat keine Gelenks- oder Knochenbeschwerden)
Ein Pferd nutzt seinen Hals im Gelände, um Unwegsamkeiten genau zu begutachten und - was noch viel wichtiger ist - um sich auszubalancieren. 
Falsche Zügelführung und falscher Zügelkontakt kann das Pferd also behindern und verunsichern. 

Grunvorraussetzung zur Erarbeitung der Zügelfreiheit:
Beherrschung aller Gangarten auf dem Reitplatz

Natürlich soll man die Zügel nicht von heute auf morgen wegschmeißen! erst recht nicht dann, wenn das Pferd kein anderes Reiten kennt. 

Besonders im Schritt sollte man aber in der Anfangszeit auf gerader Strecke immer wieder die Zügel länger werden lassen, aber nur so weit, dass das Pferd nicht "auseinander fällt" weil es zu sehr auf die Einrahmung der Zügel angewiesen ist. ggf können schwere Zügel aus dem Westernbedarf helfen.

Erstes Ziel ist es, dem Pferd durch lange Zügel die Möglichkeit zu geben, im Schritt seine Körperhaltung so zu verändern, dass es sich wohler fühlt. 
Hierbei kann sich die natürliche Nickbewegung des Pferdehalses verstärken und sollte nicht verhindert werden. 

Da dies für viele Pferde eine Umstellung ist, die nicht nur die Bewegung sondern auch Muskrln und Sehnen betrifft, sollte man die Zeit am langen/hingegebenen Zügel nur langsam verlängern. 

In den folgenden Posts geht es um die weitere Erarbeitung der Zügelfreiheit, was durch Römische Zahlen in der Überschrift gekennzeichnet wird

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